Die Sukka am LWL-Landeshaus in Münster ist Mittelpunkt eines großen Kulturprogramms. Foto: LWL/ Tomasoni
21.09.2021

„Schutz, Leben, Freude und Dankbarkeit“

Das jüdische Erntedankfest wird an vielen Orten Westfalens erstmals öffentlich zelebriert. Kurz nach Beginn des jüdischen neuen Jahres feiern Juden weltweit Sukkot. In Münster findet rund um die Sukka ein großes Kulturprogramm statt.

Im bundesweiten Themenjahr „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“ begehen die LWL-Kulturstiftung und die Jüdische Gemeinde Münster dieses Fest gemeinsam. Eine Sukka, die sogenannte Laubhütte, wird im Innenhof des LWL-Landeshauses errichtet. Bis zum 26. September finden dort Konzerte, eine Poetry-Slam-Show und auch ein Puppentheater rund um den jüdischen Glauben statt. In einem Sukkot-Gespräch diskutieren unter anderem LWL-Direktor Matthias Löb und Levi Israel Ufferfilge, angehender Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Münster, über das Thema „Jüdische Kultur sichtbar machen“.

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Das Fest in Münster findet im Rahmen des bundesweiten Festivals „Happy Sukkot XXL“ statt. Kultureinrichtungen, jüdische Gemeinden oder auch Vereine errichten Laubhütten an verschiedenen Orten und veranstalten öffentliche Programme. „Erstmals in unserer langen jüdischen Geschichte in Münster gehen wir aus unserer Gemeinde hinaus und bauen mit unseren nicht jüdischen Nachbarn und Freunden eine Sukka an einem öffentlichen Ort“, sagt Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster. Die Veranstaltungen sollen Begegnungen und ein Kennenlernen ermöglichen, sagt Fehr: „Wir hoffen und wünschen uns, dass jüdisches Leben zu einer größeren Selbstverständlichkeit werden möge.“

Happy Sukkot XXL

„Schutz, Leben, Freude und Dankbarkeit – dafür steht die Sukka im jüdischen Glauben“, sagt Matthias Löb, LWL-Direktor und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung. „Im Schutz einer demokratischen Gesellschaft kann jüdisches Leben wachsen und mit Freude unsere Gesellschaft gestalten. Für die uns entgegengebrachte Offenheit bin ich sehr dankbar“, erläutert Löb die Bedeutung dieses gemeinsamen öffentlichen Festes. „Dieses Sukkotfest ist Symbol für einen fruchtbaren Boden, auf dem unser Bestreben nach mehr Toleranz und Miteinander weit über dieses Festjahr hinaus austreibt und Früchte trägt“, so Löb.

Mit einem Konzert von Syndikat Gold am 21. September erklingen jüdische Schlager und Chansons im Hof des LWL-Landeshauses. Foto: Konstantin Ingenpaß

Mit einem Konzert von Syndikat Gold am 21. September erklingen jüdische Schlager und Chansons im Hof des LWL-Landeshauses. Foto: Konstantin Ingenpaß

An vielen Orten Westfalens wird in dieser Woche „Sukkot XXL“ gefeiert. In Hagen kann die Sukka von Dienstag bis Sonntag im Foyer des Kunstquartiers besichtigt werden. Es gibt auch ein kleines Begleitprogramm. In Minden wurde die Sukka nach den religiösen Regeln von Freiwilligen der Westfälischen Bauhütte am LWL-Preußenmuseum gebaut. Sie ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was“. Schüler erhalten in der Hütte Gelegenheit, in Gesprächen mit der Jüdischen Kultusgemeinde mehr über den jüdischen Glauben zu erfahren.

Weitere Informationen zum Programm hier.

wsp

 

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