Die ungewöhnliche Radweg-Querung an einer Kreuzung in Detmold aus der Luft betrachtet. Foto: Stadt Detmold
17.08.2023

Sicherer Radfahren dank besonderer Kreuzung

Diese Kreuzung sorgt bei Verkehrsplanern für Aufsehen: Eine diagonale Querung macht in Detmold das Radfahren sicherer.

Vertreter aller NRW-Bezirksregierungen und des Landesverkehrsministeriums haben sich eine besondere Wegführung in Detmold angesehen. Dort quert eine Veloroute eine Kreuzung und zwar diagonal. „Vergleichbare Radwegführungen gibt es in Deutschland kaum“, sagt Jochen Detering, Verkehrsplaner der Stadt. Vor allem nicht an einer derart viel befahrenen Straßenkreuzung. Bis zu 30.000 Fahrzeuge täglich passieren die Straßen dort.

Etwa 40 Meter ist die diagonale Querung über die Kreuzung für Radfahrer lang. Foto: Stadt Detmold

Etwa 40 Meter ist die diagonale Querung über die Kreuzung für Radfahrer lang. Foto: Stadt Detmold

Was auf den ersten Blick riskant für Radfahrer wirkt, ist in Wahrheit deutlich sicherer als andere Lösungen. Jahrelang sei die Kreuzung ein Unfallschwerpunkt gewesen, erklärt Detering. Seit die Kreuzung 2018 umgestaltet wurde, habe es keinen einzigen Zusammenstoß von Radfahrern mit Kraftfahrzeugen gegeben, so der Verkehrsplaner weiter. Auch die Zahl der Unfälle im Kreuzungsbereich insgesamt sei signifikant gesunken.

Großes Interesse über Landesgrenzen hinaus

Ein weiterer Vorteil: Die Wartezeit für Kraftfahrzeuge und Radfahrer hat sich reduziert. Das wird möglich weil die Radfahrer mit links- und rechtsabbiegenden Fahrzeugen der stark befahrenen Hauptfahrtrichtungen gleichzeitig grün erhalten. „Der Fahrverkehr passt an dieser Stelle gut zusammen. Wir können dort vier Kfz-Ströme und die Radfahrdiagonale in der Mitte gleichzeitig auf Grün schalten“, sagt Detering.

Es ist die einzige Kreuzung in Detmold, die eine solche Radwegführung erhalten hat, und eine von ganz wenigen in Deutschland. „Das System ist leider nicht auf alle anderen Kreuzungen übertragbar. Die Voraussetzungen an dieser Stelle waren optimal“, sagt Detering. Das Interesse – nicht nur in NRW – ist groß. Auch Verkehrsplaner aus anderen Bundesländern haben sich bereits nach der Detmolder Lösung erkundet.

jüb, wsp

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