Die Wiesenkirche in Soest. Foto: Stadt Soest / Sliwa
18.12.2020

Soester Dombauhütte ist Welterbe

Die UNESCO hat das Bauhüttenwesen als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Die Freude ist auch an der Westfälischen Dombauhütte St. Maria zur Wiese Soest groß.

Jürgen Prigl, der ehemalige Dombaumeister der sogenannten Wiesenkirche, zählt zu den Initiatoren des Antrags auf Aufnahme des Bauhüttenwesens in die UNESCO-Liste. Seit rund 20 Jahren engagierte er sich gemeinsam mit Bauhütten in Deutschland und Europa für die Anerkennung als Welterbe. Gestern verfolgte er die Sitzung des Auswahlkomitees am Laptop von Soest aus, berichtet er im Gespräch mit dem WESTFALENSPIEGEL: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Bauhütten in das weltweite Verzeichnis aufgenommen worden sind. Es ist nicht nur eine Auszeichnung für eine große Tradition, sondern vielmehr auch eine Anerkennung für unsere Meisterschule, in der Steinmetze und Steinbildhauer im internationalen Austausch lernen.“

Die Kulturorganisation UNESCO würdigt mit der Auszeichnung als Welterbe den internationalen Modellcharakter der Bauhütten, die als Werkstätten seit Jahrhunderten für den Erhalt von herausragenden Bauwerken sorgen und dabei traditionelles Handwerk mit neuster Technik verbinden.

Prigl verspricht sich von dem Welterbe-Status, dass die Bauhütten in Zukunft attraktiver für junge Steinmetze werden. „Die Weitergabe des Wissens ist das Herzstück der Bauhütten, immer verbunden mit einer Offenheit Neuem gegenüber“, so der frühere Dombaumeister.

Der ehemalige Dombaumeister Jürgen Prigl verfolgte die Verkündung der UNESCO mit Steinmetzen sowie Birgitta Ringbeck, Ministerialräten und Koordinatoren Materielles und Immateriellen Welterbe beim Auswärtigen Amt. Foto: Westfälischer Dombauverein

Der ehemalige Dombaumeister Jürgen Prigl verfolgte die Verkündung der UNESCO mit Steinmetzen sowie Birgitta Ringbeck, Ministerialräten und Koordinatoren Materielles und Immateriellen Welterbe beim Auswärtigen Amt. Foto: Westfälischer Dombauverein

Auch NRW-Kulturministerin Isabell Pfeifer-Poensgen gratulierte heute den Bauhütten zu der Auszeichnung: „Seit hunderten von Jahren sorgen Bauhütten in ganz Europa, aber auch in Nordrhein-Westfalen dafür, dass traditionelle Handwerkstechniken und Rituale in der Baukunst nicht in Vergessenheit geraten. Dieses Wissen muss bewahrt und weitergegeben werden. Die Aufnahme in das UNESCO-Register ist dafür ein wichtiger Erfolg, der zur weiteren Vermittlung der Bedeutung des Bauhüttenwesens in die Öffentlichkeit und zu seiner Weitergabe beiträgt.“

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Kultur"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!