Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe. / Foto: Bröker
12.02.2019

Sparkassen: Positive Bilanz unter schwierigen Bedingungen

Die westfälischen Sparkassen sind zufrieden mit der Geschäftsentwicklung 2018. Die Bilanzsumme stieg um 2,6 Prozent auf 134,6 Milliarden Euro, auch die Einlagen und der Kreditbestand der Kunden legten zu.

Die positive Entwicklung in der Konjunktur und auf dem Arbeitsmarkt in der Region spiegelt sich in der Bilanz: Die Geldvermögensbildung, also das, was Privatkunden auf Sparkonten, in Wertpapieren, Bausparverträgen und Lebensversicherungen anlegen, stieg 2018 auf 4,5 Milliarden Euro, ein Rekordplus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachgefragt sind immer noch Immobilien, so vergaben die Sparkassen in Westfalen im vergangenen Jahr neue Wohnungsbaudarlehen in Höhe von 6,6 Milliarden Euro, 2,6 Prozent mehr als 2017.

Das Geschäft mit Firmenkunden legte ebenfalls zu: Gewerbliche Kredite in Höhe von 9,6 Milliarden Euro wurden 2018 neu zugesagt, das entspricht einem Anstieg von 4,0 Prozent. Eine starke Auslastung von Produktionskapazitäten und Investitionen in neue Maschinen seien der Hintergrund, berichtet der SVWL. Schwieriger werden jedoch die Rahmenbedingungen für die Geldinstitute, räumte Prof. Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (SVWL), gleich zu Beginn ihres Berichtes ein. Unklare Bedingungen für den Brexit, weltweite Handelskonflikte, eine schwächelnde Konjunktur mit zunehmend schwankenden Aktienmärkten und das dauerniedrige Zinsniveau machen es den westfälischen Sparkassen schwer. Eine Folge: Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 1,21 bzw. 0,92 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gesunken. Dies liege immer noch deutlich über dem Durchschnitt der anderen regionalen Sparkassenverbände, der bei 0,79 Prozent liegt, so Buchholz.

Drei Sparkassen-Fusionen 2018

60 selbstständige Sparkassen gab es zum Jahresende 2018 in Westfalen. Diese Zahl ist bedingt durch Fusionen um drei Institute gesunken. Die Anzahl der Geschäftsstellen ist nur geringfügig auf 1271 zurückgegangen – ein Zeichen, dass der Umbau des Filialnetzes nun weitgehend abgeschlossen sei, sagte Sparkassen Vize-Präsident Jürgen Wannhoff. 143 Millionen Euro haben die Sparkassen in der Region gespendet, gestiftet oder ausgeschüttet. Dies sei ein Spitzenwert in der Sparkassen-Organisation, so Wannhoff.

wsp

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