Diese vier haben sich bei den Stichwahlen durchgesetzt: Thomas Westphal in Dortmund (o.l.), Karin Welge in Gelsenkirchen, Markus Lewe in Münster (u.l.) und Marc Herter in Hamm (u.r.). Collage: wsp
28.09.2020

Stichwahl: Knappe Entscheidungen

Markus Lewe bleibt Oberbürgermeister in Münster, in Hamm muss der langjährige OB Thomas Hunsteger-Petermann dagegen seinen Stuhl räumen. Dortmund bleibt in SPD-Hand.

Bei den Stichwahlen für das Amt des Bürgermeisters, des Oberbürgermeisters und des Landrats hat es in Westfalen viele knappe Entscheidungen gegeben. So setzte sich Münsters Amtsinhaber Markus Lewe mit 52,6 Prozent gegen Herausforderer Peter Todeskino (Grüne) durch. Auch in Dortmund war die Entscheidung zwischen Thomas Westphal (SPD) und Andreas Hollstein spannend: Westphal gewann mit knapp 52 Prozent der Stimmen. Es sei ein riesiger Erfolg und er sei über den Ausgang der Wahl erleichtert, so Westphal unmittelbar nach der Entscheidung.

Welche Pläne der unterlegene Hollstein nun hat, ist noch unklar. Er führt noch bis Ende Oktober als Bürgermeister die Verwaltung in Altena . „Ich habe sehr gerne alles auf diese Karte gesetzt. Diese Tür ist nun geschlossen. Meine Familie stand und steht für mich immer an erster Stelle. Gemeinsam werden wir nun schauen wie es weiter geht“, teilte Hollstein auf seiner Facebook-Seite mit.

Deutliche Niederlage für Hunsteger-Petermann

In Hamm musste der bisherige Amtsinhaber Thomas Hunsteger-Petermann eine klare Niederlage hinnehmen. Er verlor gegen den SPD-Herausforderer Marc Herter. Für Hunsteger-Petermann stimmten lediglich 36,4 Prozent der Bürger. In Bielefeld ist der alte Oberbürgermeister auch der neue: Dort hat sich Pit Clausen von der SPD durchgesetzt.

In Gelsenkirchen tritt Karin Welge (SPD) die Nachfolge von SPD-Oberbürgermeister Frank Baranowski an, 16 Jahren im Amt war und nicht erneut angetreten ist. Welge, bislang Stadtdirektorin und Kämmerin, hat in der Stichwahl klar mit 59,4 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Malte Stuckmann gewonnen.

Anna Katharina Bölling ist neue Landrätin im Kreis Minden Lübbecke. Foto: CDU Kreis Minden Lübbecke

Anna Katharina Bölling ist neue Landrätin im Kreis Minden Lübbecke. Foto: CDU Kreis Minden Lübbecke

Als zweite Landrätin in Westfalen nach Eva Irrgang in Soest wurde Anna Katharina Bölling (CDU) im Kreis Minden Lübbecke gewählt. Sie setzte sich deutlich mit 63,7 Prozent der Stimmen gegen den SPD-Kandidaten Ingo Ellerkamp durch. „Ich freue mich unendlich und danke für das große Vertrauen“, sagte die 40-Jährige in einer Videobotschaft kurz nach der Entscheidung.

Knapp war die Landratswahl im Kreis Recklinghausen. Dort setzte sich CDU-Kandidat Bodo Klimpel, der bisher in Haltern am See Bürgermeister war, mit 50,5 Prozent der Stimmen gegen Michael Hübner von der SPD durch.

Mehr Frauen gewählt

Auffällig bei den Kommunalwahl 2020 ist: Es haben zahlreiche Frauen Verantwortung in den Verwaltungen übernommen. In Steinhagen im Kreis Gütersloh schaffte zum Beispiel die erst 28 Jahre alte Sarah Süß für die SPD den Einzug ins Rathaus.

jüb/wsp

Serie zur Kommunalwahl

In NRW werden im September neue Kommunalparlamente gewählt. In unserer Serie sprechen wir mit Entscheidern und Wissenschaftlern, stellen interessante Persönlichkeiten vor und bieten Wissenswertes rund um die Kommunalwahl 2020.

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