"16 Szenen für einen Wald" ist eine Mischung aus Hörspiel, Film und Naturbetrachtung. Foto: Marc Jungreithmeier.
01.09.2022

Stimmen im Wald

„Die Judenbuche“, Annette von Droste-Hülshoffs Klassiker, wird Ausgangspunkt für eine Installation des Regie- und Theaterkollektivs Rimini Protokoll. „16 Szenen für einen Wald“ eröffnet am 2. September.

Die Mischung aus Hörspiel, Film und Naturbetrachtung spürt den Themen des 1842 erstmals erschienenen Textes nach, darunter häusliche Gewalt, Antisemitismus und Korruption. Inszeniert haben Helgard Haug und Daniel Wetzel das Stück im Park von Burg Hülshoff bei Havixbeck. Besucherinnen und Besucher der Installation können in einem Waldstück auf der Anlage von Burg Hülshoff auf mehrere Hochsitze klettern, sich oben hinsetzen und Texten zuhören, die die Perspektiven verschiedener Figuren der berühmten Novelle einnehmen. 

„Wo sonst ein Jäger möglichst stillsitzt, um zu beobachten und zu handeln, ertönen nun Stimmen und Klänge, und den Besucher*innen werden Instruktionen zugespielt, die sie nicht nur zu Rezipient*innen des aktualisierten Textes werden lassen, sondern zu Mitspielenden, denen es vielleicht gemeinsam gelingen mag, die Gespenster der Vergangenheit aus diesem Wäldchen zu jagen“, beschreiben Haug und Daniel. Das vielfach ausgezeichnete Regiekollektiv öffnet damit den Text der Droste für ein neues Erleben: Kann sich im Hier und Jetzt eines Waldes eine Gruppe von Menschen in den Text hineinschreiben?

Helgard Haug und Daniel Wetzel sind "Rimini Protokoll". Foto: Hanna Lippmann

Helgard Haug und Daniel Wetzel sind „Rimini Protokoll“. Foto: Hanna Lippmann

„16 Szenen für einen Wald“ ist vom 3. September bis 9. Oktober zu sehen. Die Installation ist Teil des Projektes „Mit den Gespenstern leben (haunting heritage)“ von Burg Hülshoff – Center for Literature. Neben Rimini Protokoll inszeniert auch der Medienkünstler Daniel Laufer „Die Judenbuche“. Am 23. September wird seine Video-Installation „The Geometry of Hope“ in der Halle B / Am Hawerkamp in Kooperation mit dem Literatur Film Festival Münster eröffnet. Weitere Informationen hier.

wsp/maz

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