05.04.2019

Studie untersucht Zukunftsfähigkeit westfälischer Kommunen

Münster zählt zu den Städten mit dem höchsten Bevölkerungswachstum in Deutschland. Die meisten Ruhrgebietsstädte sowie Südwestfalen müssen in Zukunft hingegen mit weniger Einwohnern rechnen, zeigt die neue Studie „Die demografische Lage der Nation – Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind“ des Berlin-Instituts.

Die Analyse macht die unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen und Bedingungen der Städte und Landkreise in der Region deutlich: Während in Gelsenkirchen und weiteren Revierstädten die Einkommen gering sind und die Arbeitslosigkeit vergleichsweise hoch, herrscht wenige Kilometer weiter im münsterländischen Kreis Coesfeld fast Vollbeschäftigung.  Das Münsterland ist zudem die einzige Region in NRW, die seit der Jahrtausendwende einen Geburtenüberschuss vermelden konnte.

„Wie ostdeutsche Kreise nach der Wiedervereinigung“

Im südwestfälischen Kreis Olpe sind die Durchschnittseinkommen ähnlich hoch wie im hessischen Main-Taunus-Kreis – trotzdem verliert die Region seit dem Jahr 2000 Einwohner. In Ostwestfalen konnten sich die Gemeinden rund um Gütersloh, Paderborn und Bielefeld als attraktiver Wohn- und Arbeitsort profilieren. Sie wuchsen seit der Jahrtausendwende teilweise um mehr als fünf Prozent.

Insgesamt zeigt die Studie ein grundsätzliches Nord-Süd-Gefälle in Deutschland: Von den 20 am besten bewerteten Städten und Kreisen bundesweit befinden sich fast alle in Bayern und Baden-Württemberg. Die schlechtesten Noten erhielten Kreise in Ostdeutschland, im Saarland sowie in Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens. Gerade in Westdeutschland stünden „manche Gebiete vor ähnlichen Herausforderungen wie ostdeutsche Kreise nach der Wiedervereinigung“, so die Autoren.

Die Studie des Berlin-Instituts untersuchte die Bevölkerungsentwicklung in sämtlichen 401 deutschen Städten und Kreisen. Die „Zukunftsfähigkeit“ der Regionen wurde anhand von 21 Indikatoren bewertet, darunter Demografie, Wirtschaft, Bildung und Familienfreundlichkeit.

wsp

Mit dem Thema „Regionen“ beschäftigt sich auch der aktuelle WESTFALENSPIEGEL. Mehr dazu lesen Sie hier.

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