Trinkhalle "Blaues Büdchen" in Duisburg-Ruhrort. Foto: Reinaldo Coddou H.
25.06.2020

Trinkhallen als Treffpunkte

Trinkhallen, Buden, Kioske – die kleinen Verkaufsstellen sind beliebte Treffpunkte  und ein echtes Stück Revierkultur. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) widmet diesen kleinen Läden, die im Ruhrgebiet in ihrer 100-jährigen Geschichte eine besondere Ausprägung und Bedeutung erlangt haben, eine Fotoausstellung.

Mit einer Auswahl von insgesamt 50 Fotos der Fotografen Reinaldo Coddou H. und Brigitte Kraemer zeigt die Schau „Trinkhallen – Treffpunkte im Revier“ im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum den Facettenreichtum und die Entwicklung der Kioske im Ruhrgebiet.

„Die Buden sind so vielfältig wie die Menschen im Revier. Das zeigt sich auch in ihrer Erscheinung. Ob elegant, grob gestaltet, herausgeputzt oder in die Jahre gekommen – für die Menschen im Ruhrgebiet sind Trinkhallen wichtige Treffpunkte und oft auch Orte der Leidenschaft“, erläutert der in Ostwestfalen aufgewachsene Fotograf Coddou H., der bereits mehrere hundert Trinkhallen fotografiert hat.

Trinkhalle als "Lückenfüller": Den Kiosk Müller hat Reinaldo Couddou H. 2017 in Bochum-Wattenscheid entdeckt. Foto: Reinaldo Coddou H.

Trinkhalle als „Lückenfüller“: Den Kiosk Müller hat Reinaldo Couddou H. 2017 in Bochum-Wattenscheid entdeckt. Foto: Reinaldo Coddou H.

Die ersten Trinkhallen gab es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurden ursprünglich in den Industriestätten erreichtet, um die Bürger und Arbeiter mit Mineralwasser zu versorgen. Während der Industrialisierung entwickelten sie sich dann zu kleinen Verkaufsläden, die neben Getränken auch Süßwaren, Zigaretten, Zeitschriften und andere Artikel für den täglichen Bedarf verkauften. Auch heute noch sind sie an vielen Orten im Ruhrgebiet präsent und haben nach wie vor eine wichtige Bedeutung für die Nachbarschaft.

Im April wurde die Trinkhallenkultur zusammen mit dem Steigerlied ins Landesinventar des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie stünden für Solidarität und sozialen Zusammenhalt, so die Begründung der NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. August zu sehen. Weitere Infos finden Sie hier.

In Ausgabe 4/2016 des WESTFALENSPIEGEL ist ein Hintergrund zum „Büdchen umme Ecke“ erschienen. Lesen können Sie ihn hier.

wsp

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