Gelsenkirchen will Wasserstoffstandort werden. Foto: pixabay
04.04.2022

Wasserstoff statt Kohle

Die Stadt Gelsenkirchen will eine grüne Industriestadt werden. Dabei spielt die Nutzung von Wasserstoff eine zentrale Rolle.

Stadt, Westfälische Hochschule und Wirtschaft haben dazu die Initiative „H2GE – Wasserstoffstandort Gelsenkirchen“ gestartet. Mit zunächst drei Projekten wollen die Beteiligten die Ruhrgebietsstadt fit für die Zukunft machen und den Erhalt und den Ausbau von Industriearbeitsplätzen voranbringen.

So soll an der Westfälischen Hochschule ein H2-Solution-Lab entstehen. Das Entwicklungs- und Testzentrum soll neue Wasserstoffanlagentechnik konzipieren, aufbauen und testen. Das können komplette Wasserstoff erzeugende Systeme sein, aber auch einzelne Komponenten wie Ventile oder Brennstoffzellen. Daneben soll auch an Wasserstoffnutzungssysteme geforscht werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Gelsenkirchen.

Beschleunigter Umbau der Energieversorgung gefordert

Mit dem „Hydrogen Industrial Research and Training Center (H2iRTC)“ soll die Transformation des heuten Kohlekraftwerkstandorts Gelsenkirchen-Scholven zu einem „Innovationsstandort der Wasserstofftechnoligie gelingen“, so die Stadt weiter. Dort geht es um die Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung des Wasserstoffs. Das Zentrum soll aber nicht nur als Reallabor dienen, sondern auch in der Aus- und Fortbildung von Fachkräften eine große Rolle spielen. Auf diese Weise sollen Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden.

Der Hafen in Gelsenkirchen. Foto: Betty/pixelio.de

Der Hafen in Gelsenkirchen. Foto: Betty/pixelio.de

Die dritte Säule bildet schließlich der „Klimahafen Gelsenkirchen“. Die gleichnamige Initiative, in der bereits 17 Unternehmen mitwirken und die von der Stadt, dem Wissenschaftspark Gelsenkirchen und der IHK Nordwestfalen unterstützt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst schnell klimaneutral zu werden. Dabei spielt ein Pilotprojekt eine besondere Rolle: die Dekarbonisierung der Prozesswärme in energieintensiven Betrieben. Eine Möglichkeit, die dabei auf dem Prüfstand steht, ist die Errichtung eines Großelektrolyseurs zur lokalen Wasserstoffproduktion.

„Klimawandel und der Krieg des russischen Präsidenten in der Ukraine erfordern einen beschleunigten Umbau unserer Energieversorgung – weg von den fossilen und hin zu den grünen Energien. Für viele Industriebranchen ist Wasserstoff dabei die Schlüsseltechnologie“, erklärte Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge bei der Vorstellung der Projekte.

jüb/wsp

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