Ein Ziel von Denkmal-Radtouren im Kreis Coesfeld ist das Stadtschloss, das einst als Jesuitenkolleg erbaut wurde. Foto: Münsterland e.V./Philipp Fölting
10.09.2025

„Wert-voll“

Der Tag des offenen Denkmals am 14. September ermöglicht Einblicke in besondere Bauwerke.

Deutschlands größte Kulturveranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“. Knapp 10.000 Eigentümer und Veranstalter zeigen deutschlandweit, wo besonders wertvolle Elemente ihrer Denkmale liegen und welche Hürden schon gemeistert wurden, um die Bauwerke zu erhalten. Kostenlose Führungen, Konzerte, Radtouren und Aktionen für Kinder stehen auf dem Programm.

In Westfalen beteiligen sich zahlreiche und ganz unterschiedliche Denkmale: In Bochum öffnet zum Beispiel das Fritz Bauer Forum seine Türen für Neugierige. Dort wurde eine denkmalgeschützte Trauerhalle zu einer Bibliothek und Veranstaltungshalle umgebaut und im Mai offiziell eröffnet. Der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte steht dort im Mittelpunkt. Am Aktionstag finden im Forum von 14 bis 18 Uhr Führungen sowie ein Bücherflohmarkt statt. Hier lesen Sie hier mehr über das Denkmal und die Aktivitäten im Forum.

Das Bügeleisenhaus in Hattingen. Foto: Stadt Hattingen

Das Bügeleisenhaus in Hattingen. Foto: Stadt Hattingen

Hinter die Kulissen eines ikonischen Gebäudes dürfen Neugierige beim Tag des offenen Denkmals in Hattingen blicken. Das sogenannte Bügeleisenhaus stammt aus dem Jahr 1611 und hat reich verzierte Fachwerkfassaden. Im Inneren haben sich die Spuren der Bewohner und ihrer Arbeit erhalten, vom Tuchmacher bis zur Metzgerei. Bekannt ist das Haus aber für seine markante Fassade – in Form eines Bügeleisens. Am Sonntag finden hier zwischen 11 und 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde Führungen unter dem Motto „Der Wert der kleinen Häuser“ statt.

Auf historischen Spuren geht es bei Radtouren zu Denkmälern im Münsterland. So führt zum Beispiel eine 44 Kilometer lange Strecke durch die Parklandschaft im Kreis Coesfeld. Es geht unter anderem zur Wetteraner Windmühle. Auch das imposante Kloster Gerleve liegt auf der Strecke und bietet Gelegenheit zur Einkehr. Von dort aus geht es nach Coesfeld, wo neben dem Stadtschloss auch das Walkenbrückentor als letztes erhaltenes Stadttor der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung zu bewundern ist. Einen Überblick zu den Radtouren zum Tag des offenen Denkmals im Münsterland finden Sie hier.

Die Gewölbemalereien aus mehreren Jahrhunderten in der Apostelkirche an der Neubrückenstraße werden zurzeit restauriert und konserviert. Infos dazu gibt es am Tag des offenen Denkmals vor Ort. Foto: Stadt Münster/Städtische Denkmalbehörde

Die Gewölbemalereien aus mehreren Jahrhunderten in der Apostelkirche in Münster werden zurzeit restauriert und konserviert. Infos dazu gibt es am Tag des offenen Denkmals vor Ort. Foto: Stadt Münster/Städtische Denkmalbehörde

In Münster lädt die Stadt unter anderem ins ehemalige Offizierskasino im York-Quartier in Gremmendorf. Besucherinnen und Besucher können dort erfahren, wie aus dem denkmalgeschützten früheren Militärstandort ein Begegnungshaus werden soll. In der Apostelkirche in der Innenstadt berichtet die Architektin aus erster Hand von der aktuell laufenden Restaurierung der bedeutenden Gewölbemalereien aus mehreren Jahrhunderten. Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen lädt, ebenfalls in Münster, zum „Offenen Landeshaus“. Ab 10 Uhr gibt es Führungen und Turmbesteigungen und um 14 Uhr die Präsentation „Mit Hightech am Denkmal“, die neue Wege der Denkmal-Dokumentation mit Drohnen und 3D-Technik vorstellt.

Ein vollkommen anderes Denkmal steht beispielsweise in Meschede im Mittelpunkt: die alte Segelflugschule Schüren aus dem Jahr 1932. Gebaut aus dem Material alter Lokschuppen diente das Gebäude nach dem Krieg vorübergehend als Kinderheim, bevor es ab 1954 wieder der Fliegerei zur Verfügung stand. 

Eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals 2025 in Gera. Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Kultur"