Zuletzt wurde 2021 ein "West-östlicher Diwan" in Münster gefeiert. Foto: Thomas Nufer
12.09.2025

West-östlicher Kultur begegnen

Am Wochenende vom 13. bis 14. September versammeln sich Künstlerinnen und Künstler auf dem Domplatz in Münster zum „West-Östlichen Diwan“.

Der Name „Diwan“ weist auf den gleichnamigen Gedichtband von Goethe hin, welcher allerdings mit „V“ geschrieben, auf ein Möbelstück, die orientalische Polsterbank, hinweist. Unabhängig von der Schreibweise finden Besucherinnen und Besucher an den Stationen sicherlich gemütlich Platz, denn die Attraktionen sind auf „Teppichinseln“ ausgebreitet. Dabei ist die Veranstaltung vor allem eine kulturelle Begegnung. Neugierige können die Kunst gemeinsam erleben und dabei bemerken: Wir sind uns doch alle viel ähnlicher als uns kulturelle Stereotype unter Umständen vorgaukeln. Es gehe um die Neugier auf andere und um die Freude über andere, sagt Veranstalter Thomas Nufer über die Veranstaltung.

Kultur auf Teppichinseln

Am Samstag, 13. September, gibt es auf dem bunt erleuchteten Domplatz von 20 bis 24 Uhr Programm. Dabei präsentieren die Künstlerinnen und Künstler musikalische Einlagen, außerdem stellt ein afghanischer Kalligraph und Illustrator seine Kunst vor. Am Sonntag, 14. September von 16 bis 20 Uhr, geht es weiter: Musik- und Tanzgruppen, Schach und Comedy sind nur einige der „Teppichinseln“, die es zu entdecken gilt. Nufer freut sich vor allem auf eine yezidische Folklore-Tanzgruppe aus Wesel – da mische sich alles kulturell. Heiß wird es nicht nur auf den Teppichen, auf denen getanzt wird, sondern auch in der yezidischen Küche – mit Börek und Tee oder den „Westfalafeln“.

Für Nufer ist klar: Den West-Östlichen Diwan brauche es jetzt wieder mehr als zuvor. Für Stereotype, die immer wieder gegen östliche Kulturen verwendet werden, gebe es keinen Grund. Es brauche eine multikulturelle Gemeinschaft, gerade in Münster, der Friedensstadt. Und so auch zum Jubiläum „1250 Jahre Westfalen“, so Nufer. Auch Migration gehört zur Geschichte Westfalens: Ein Bild, das wohl alle Stereotype verschwinden lässt, ist das des syrischen und muslimischen Kiepenkerls, der auf dem Diwan Schnaps ausschenken wird. So wie Goethe schon geschrieben hat: „Orient und Okzident, Sind nicht mehr zu trennen“.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet das erste Mal nach vier Jahren wieder statt. Das gesamte Programm gibt es unter: Programm – West-östlicher Diwan.

Kristina Höser, wsp

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