19.01.2018

Wohnungsmarktbericht: Zu wenige Neubauten

Westfalen (wh). In 2016 wurden in Nordrhein-Westfalen 47.600 neue Wohnungen gebaut, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr und somit so viele, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Genehmigungen für weitere 66.600 Wohnungen lassen einen erneuten Anstieg erwarten. Dennoch bleibt die Bautätigkeit in vielen Regionen, so auch in Westfalen, hinter dem Bedarf zurück, teilt die NRW.BANK in ihrem Wohnungsmarktbericht 2017 mit.

Demnach verzeichnet die Region von Kleve über das Münsterland bis zu den Kreisen Gütersloh und Paderborn die höchste Bauintensität. Gleichwohl bliebe der Neubau auch in vielen der wachsenden Städte und Kreise deutlich unter dem errechneten Bedarf. Das gelte insbesondere für Münster, Bielefeld und für Teile des Ruhrgebiets, das südliche Münsterland sowie die Kreise Gütersloh und Paderborn.

Die niedrigste Bauintensität gibt es in den eher ländlichen Kreisen mit langjähriger Schrumpfungstendenz (östliches Ostwestfalen-Lippe, Sauer- und Siegerland, Eifel) und in den altindustriell geprägten Großstädten und Ballungsräumen (Mönchengladbach, Krefeld, Ruhrgebiet, Bergisches Städtedreieck, Märkischer Kreis). Auffällig sei zudem, dass in Teilen des Sauerlands, des Ruhrgebiets und im Kreis Minden zumindest quantitativ zu viel gebaut wird. Dort wächst mit jedem Neubau der Leerstand – derzeit in einer Größenordnung von jährlich 100 bis über 500 Wohnungen.

Insgesamt wären an Rhein und Weser nach Schätzungen des nordrhein-westfälischen Bauministeriums und der NRW.BANK 80.000 neue Wohnungen nötig, um den Neubaubedarf im Land bis 2020 zu decken.

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