Die Wisent-Herde im Rothaargebierge soll eingezäunt werden. Foto: www.wisent-welt.de
28.03.2019

Zaun als Übergangslösung im Wisentstreit

Das Wisent-Artenschutzprojekt im Rothaargebirge soll in einem eingezäunten Gebiet fortgesetzt werden. Darauf haben sich Artenschützer, Waldbauern und Politiker gestern (27. März) verständigt.

Für die nächsten drei bis fünf Jahre soll die frei lebende Wisentherde nach dem Kompromiss der Koordinierungsgruppe in einem neu abgegrenzten Projektgebiet gehalten werden. Der Vorschlag geht auf NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zurück. Sie hatte ins Gespräch gebracht, das Projektgebiet künftig im Wesentlichen auf im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen liegenden Staatswaldflächen zu verlagern, teilt der Kreis Siegen-Wittgenstein mit.

Die Fläche ist etwa 1500 Hektar groß und soll so eingezäunt werden, dass andere Wildtiere und Wanderer den Zaun passieren können. Zudem sollen die Tiere durch so genannte Lenkungsfütterung dazu gebracht werden, ihr Streifgebiet auf das neue Projektgebiet zu begrenzen.

Streit ist vorerst beigelegt

Mit dem Kompromiss ist ein Jahre lang schwelender Streit zumindest für den geplanten Übergangszeitraum von bis zu fünf Jahren beigelegt. Denn seit der Auswilderung der Tiere im Jahr 2013 hatte es immer wieder Klagen von Waldbauern im Sauerland gegeben, weil die Herde ihre Bäume beschädigt hatte. Im vergangenen Jahr hatte sich sogar der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigt, aber noch keine Entscheidung getroffen.

Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas. Sie werden bis zu drei Meter lang und etwa 1,90 Meter hoch. Erwachsene Bullen können bis zu einer Tonne Gewicht auf die Waage bringen. Europaweit gibt es nur noch wenige frei lebende Herden.

wsp

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