„Zwei Leuchttürme“
Zum Jubiläum der Batterieforschung in Münster gab es viel Lob für die Einrichtungen. Ungewiss ist aber deren Finanzierung.
Vor 15 Jahren fiel der Startschuss für das MEET Batterieforschungszentrum. Fünf Jahre später wurde das Helmholtz-Institut Münster in direkter Nachbarschaft gegründet. Wissenschaftlich geleitet werden beide Einrichtungen von dem Chemiker Prof. Dr. Martin Winter. Zum Jubiläum gratulierten hochrangige Politikerinnen und Politiker. Der Nobelpreisträger Prof. Dr. Stanley Whittingham von der Binghamton Universität hielt einen Festvortrag zur Erfolgsgeschichte der Lithium-Ionen-Batterie. Glückwünsche für die geleistete Arbeit gab es unter anderem von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär: „Ich freue mich, dass das MEET Batterieforschungszentrum und das Helmholz-Institut Münster einen exzellenten Forschungsstandort geformt haben, an dem auch die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB ihren Platz findet.“ Der Bund fördere in Münster „zwei Leuchttürme der deutschen Batterieforschung“, so Bär.
Einschnitte bei der Bundesförderung
Die Förderung der Batterieforschung durch den Bund ist derzeit aber in einer Krise. Anfang 2024 hatte die damalige Bundesregierung im Zuge der Sparpolitik eine Streichung der Förderung für die Batterieforschung angekündigt. Daran gab es deutliche Kritik. Prof. Dr. Martin Winter, Leiter des MEET Batterieforschungszentrums und des Helmholtz-Instituts in Münster, warnte vor einem „immensen Schaden“ für das einzigartige Forschungsökosystem in Münster und für das Forschungsfeld allgemein. Das konnte in Münster vorläufig verhindert werden, sagt Winter nun anlässlich des Jubiläums: „Durch internationale Kooperationen und durch die Unterstützung des Landes NRW haben wir es geschafft, einen großen Teil der Kürzungen für das vergangene und für das laufende Jahr aufzufangen. Wir können immer noch gute Forschung betreiben. Aber das sind keine dauerhaften Lösungen.“
„Voraussetzung für zukünftige Wirtschaftsleistung“
Neben der Bundesforschungsministerin betonte unter anderem auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur die Bedeutung der Batterieforschung in Münster. Diese Arbeit trage dazu bei, dass Batterien leistungsfähiger, langlebiger und umweltfreundlicher würden: „Das bedeutet zum Beispiel: Elektroautos, die weiter fahren, Häuser, die Energie effizient speichern – und das zu geringeren Kosten.“ Winter beschreibt einen weltweiten Wettbewerb in Sachen Batterieforschung: „Es geht um die Frage, wie sich Deutschland für zukünftige Herausforderungen aufstellen will. Die Batterieforschung ist nicht nur für die Automobilindustrie von zentraler Bedeutung. Wenn man hier in Unis und Forschungsinstitute investiert, dann schaffen wir wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Wirtschaftsleistung.“ Die neue Bundesregierung habe angekündigt, dass im nächsten Jahr wieder mehr Fördergelder fließen sollen. „Das ist ein gutes Signal und das nehmen wir auch ernst“, sagt der Institutsleiter.
aki, wsp