Zwischen Istanbul und Herne
Die Journalistin und Autorin Çiğdem Akyol wird für ihren Roman „Geliebte Mutter – Canım Annem“ mit dem Literaturpreis Ruhr 2025 ausgezeichnet.
Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbandes Ruhr, übergab in Duisburg den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis an Akyol für ihr Romandebüt. In „Geliebte Mutter – Canım Annem“ (Steidl Verlag) erzählt die Autorin sprachlich virtuos von einer Familie zwischen Istanbul und Herne, von einer unglücklichen Ehe, enttäuschten Hoffnungen in Almanya und viel Gewalt, aber auch von unbedingtem Freiheitswillen und Aufstieg durch Bildung.
Der Roman habe „einen enormen emotionalen Glutkern“, lobte die Jury. Die 1978 in Herne geborene Preisträgerin war Redakteurin bei der taz in Berlin und später Korrespondentin für die österreichische Nachrichtenagentur APA in Istanbul. Sie veröffentlichte mehrere Sachbücher zum Thema Türkei. Ihr Romandebüt war bereits für den Mara-Cassens-Preis nominiert und steht als eins von zehn Büchern auf der „Hotlist der Unabhängigen 2025“. Çiğdem Akyol lebt heute in Zürich.
Den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis nahm die Dortmunder Autorin Julia Regnath für ihre Erzählung „Erosion“ bei der Preisverleihung entgegen. Den undotierten Ehrenpreis des Literaturpreises Ruhr bekam der Essener Autor und Literaturvermittler Artur Nickel.
wsp