19.02.2018

Museumsdirektor im Dritten Reich: Gustav-Lübcke-Museum reflektiert seine Geschichte

Hamm (wh). Das Gustav-Lübcke-Museum Hamm arbeitet die  eigene Geschichte auf und diskutiert über seine Rolle im Dritten Reich am Beispiel des früheren Direktors Ludwig Bänfer (1878-1959). Er galt als verdienter Museumsmann, bevor vor einem Jahr Verbindungen zum nationalsozialistischen Regime deutlich wurden.

Bänfer leitete das Hammer Museum von 1925 bis 1945 und widmete sich besonders der Ur- und Frühgeschichte. Ausstellungsbesuchern vermittelte er das Bild des blonden, blauäugigen und kulturell überlegenen Germanen, ganz im Sinne der NS-Ideologie. Zudem war er in die Enteignung jüdischer Bürger verstrickt. Für das Museum erwarb er Kunstgegenstände aus jüdischem Besitz unter Wert.

Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Mittwoch, 21. Februar, soll das Wirken Ludwig Bänfers kritisch gewürdigt und über Konsequenzen aus dem Fall diskutiert werden. Neben dem amtierenden Museumsdirektor Dr. Daniel Spanke und der Kuratorin Susanne Birker, die den Fall Bänfer aufdeckte, ist unter anderem Erik Beck vom Kreismuseum Wewelsburg zu Gast. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm statt.

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