Vor der Lambertikirche und an anderen Stellen in Münster wird es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben. Foto: Presseamt Münster/MünsterView
27.10.2020

Advent ohne Weihnachtsmärkte

Münster, Bochum, Dortmund, Soest – die Liste der Städte in Westfalen, die unter dem Druck steigender Infektionszahlen ihre Weihnachtsmärkte absagen, wird immer länger.

„Wegen der stark ansteigenden Corona-Fallzahlen werden in diesem Jahr sämtliche Weihnachtsmärkte in Münster ausfallen“, teilte die Stadt Münster nach einer Sondersitzung am Montag (26.10.) mit den Veranstaltern mit. Diese zeigten Verständnis für die Entscheidung. „Es ist gut, dass wir jetzt Planungssicherheit haben. Besser jetzt, als erst in zwei Wochen. Ich bin mit der Entscheidung einverstanden“, sagte Bernd Kleimann, Sprecher des St.-Lamberti-Lichtermarktes.

Die Stadt Münster hatte zuvor ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet, um wenigstens an einigen Stellen in der Stadt Weihnachtsmärkte stattfinden lassen zu können. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen wurde nun aber die Entscheidung zur Absage aller Märkte getroffen. Nach Angaben von Krisenstabschef Wolfgang Heuer hätten sich die Beteiligten ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Zum einen seien die Märkte in der Bevölkerung äußerst beliebt. Zum anderen sei auch die Not der Anbieter zu berücksichtigen gewesen, die wegen der Corona-Krise schon das gesamte Jahr über kaum Umsätze erwirtschaften konnten. „Gleichwohl muss die Gesundheit der Bevölkerung Vorrang haben“, so Heuer.

Cranger Weihnachtszauber findet nicht statt

Auch in Dortmund wird es die geplante Weihnachtsstadt nicht geben. Veranstalter Patrick Arens sagte, dass nach der Verschärfung der Maßnahmen an diesem Mittwoch (28.10.) durch das Bundeskabinett eine Durchführung nicht mehr möglich sei. Alle getroffen Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen, darunter eine eigens entwickelte Registrierungsapp für die Glühweinstände, hätten am Ende nicht ausgereicht. „Das ist schade für uns, wir hätten gerne gezeigt, wie in diesen pandemischen Zeiten eine solche Veranstaltung durchgeführt werden kann“, so Arens.

Zuvor hatten schon die Städte Recklinghausen und Bochum alle Weihnachtsmärkte abgesagt. Bochum Marketing-Geschäftsführer Mario Schiefelbein zeigte aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung Verständnis für die Entscheidung: „Die Beschicker haben darauf gebaut, sich in der Adventszeit zu präsentieren, nachdem in diesem Jahr alle Veranstaltungen ausgefallen waren und damit Umsätze fehlten. Aber auch für den stationären Einzelhandel wird das natürlich gravierende Auswirkungen haben.“

Auch in Herne wurde der Weihnachtsmarkt abgesagt. Außerdem findet in diesem Jahr auch die Veranstaltung „Cranger Weihnachtszauber“ nicht statt. „Wir tragen auch eine Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Veranstalter Sebastian Küchenmeister. Eine Veranstaltung unter den Rahmenbedingungen und Einschränkungen der Pandemie hätte alle Beteiligten eher belastet, so die Stadt Herne.

Soest sagt Weihnachtsmarkt und Bördetag ab

Am Donnerstag (29.10.) zog auch die Stadt Soest nach: Basierend auf den aktuellen Beschlüssen des Bundes und der Länder sehen die Stadt Soest und die Wirtschaft und Marketing Soest GmbH als ausführender Veranstalter, derzeit leider keine Möglichkeiten mehr für die Durchführung der Veranstaltungen „Bördetag 1338“ sowie des Soester Weihnachtsmarktes im November.

Auch in zahlreichen anderen Städten sind traditionelle Weihnachtsmärkte bereits abgesagt worden. Darunter der Christkindlesmarkt in Nürnberg sowie die Weihnachtsmärkte in Lübeck oder Erfurt.

wsp

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