Die Stadt Münster hat den "Klimanotstand" ausgerufen. Foto: Kiehl
23.05.2019

„Klimanotstand“ in Münster

Münster hat den „Klimanotstand“ ausgerufen. „Die Stadt Münster setzt damit ein deutliches Zeichen, dass die bisherige erfolgreiche städtische Klimapolitik weiterentwickelt werden muss“, heißt es in einer Erklärung des Stadtrates vom 22. Mai.

In dem Beschluss stellt der Rat fest, dass die Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels „in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und bei allen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist“. Konkret bedeutet dies, dass bei kommunalen Bauprojekten die höchstmöglichen Energieeffizienz-Standards eingehalten werden. Für Bürger sollen mit dem Schritt aber keine weiteren Pflichten verbunden sein.

Die Stadtverwaltung Münster werde nun regelmäßig über die Auswirkungen der Kohlendioxid-Emissionen und die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen berichten, sieht der Beschluss zum „Klimanotstand“ vor. Außerdem soll der städtische „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ weiter entwickelt werden. Darin hat sich Münster das Ziel gesetzt, den CO2-Austoß bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 95 Prozent und den Endenergieverbrauch um die Hälfte zu senken.

„Klimanotstand“ auch in Herford

Münster ist die erste Großstadt in NRW, die diesen Schritt geht. Bereits vor einigen Tagen hat Herford den „Klimanotstand“ ausgerufen. Die Initiatorin Barbara Rodi von der Friedensfördernden Energiegenossenschaft Herford erklärte dazu in einer Ratssitzung: „Der Begriff Klimanotstand ist symbolisch zu verstehen. Unser Wirtschaften muss sich mehr an der Klimagerechtigkeit ausrichten. Es geht um das sofortige Tun“. Bürgermeister Tim Kähler unterstützt die Resolution, er wies jedoch darauf hin, dass „die Stadt bei diesem globalen Thema nur einen Anstoß geben kann“.

wsp

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