09.08.2017

Kommunaler Finanzreport: Ruhrgebietsstädte sind weiterhin wirtschaftlich labil

Westfalen (wh). Zahlreiche Ruhrgebietskommunen zählen nach wie vor zu den am höchsten verschuldeten Städten bundesweit, zeigt der Kommunale Finanzreport der Bertelsmann Stiftung. Die höchste Belastung durch Kassenkredite in Westfalen besteht in Hagen mit einer durchschnittlichen Verschuldung von 5800 Euro je Einwohner.

Die Untersuchung für das Jahr 2015 zeigt ein gespaltenes Bild in der Region: Während Dortmund, Herne und Gelsenkirchen jeweils mehr als 2500 Euro Durchschnittsbelastung durch Kassenkredite je Einwohner verzeichnen, ist die Finanzsituation im ländlichen Raum Westfalens deutlich positiver. Frei von Kassenkrediten sei in NRW allein der Kreis Gütersloh, so der Finanzreport.

Kassenkredite gelten als der Dispo-Kredit der Kommunen und als Krisenindikator ihrer Finanzlage. "Den schwachen Kommunen Nordrhein-Westfalens gelingt selbst im aktuellen positiven wirtschaftlichem Umfeld keine wirkliche finanzielle Trendwende", kommentiert die Bertelsmann Stiftung. Die Kassenkredite bärgen zudem ein Risiko, denn ein Anstieg des Leitzinses könnte Sanierungserfolge zunichtemachen.

Die hohe Kreditbelastung zwingt in vielen Fällen dazu, Steuern zu erhöhen. So zeigt der Kommunale Finanzreport, dass gerade verschuldete Städte hohe Grundsteuern erheben: Mit einem Hebesatz von 750 Prozent bei der Grundsteuer B ist Hagen eine der Kommunen mit den bundesweit höchsten Sätzen.

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