Soll ein Ort für Kreative und Kulturschaffende werden: Schachtanlage 7 der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen. Foto: Blumenthal 7 e.V.
13.01.2022

Neues Leben auf alter Zeche

Das einzige noch komplett vorhandene Zechengelände in Recklinghausen soll erhalten und ein Ort für Begegnung und neue Ideen werden. 

So ist auf dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal am Schacht 7 unter anderem eine Bürgerwerkstatt geplant. „Dort sollen Interessierte große Maschinen unter Anleitung nutzen können zum Beispiel aus den Bereichen Holz-, Metall- oder auch Textilverarbeitung. Auch Schweißarbeiten unter Aufsicht und Anleitung und 3D-Drucke wollen wir ermöglichen“, sagt Erik Schare vom Verein Blumenthal 7. Profiteure könnten Kulturschaffende und Menschen aus der Kreativwirtschaft, aber auch Vereine und interessierte Einzelpersonen sein.

Die Bezirksregierung fördert das Vorhaben mit rund 300.000 Euro. In der vergangenen Woche hatte Regierungspräsidentin Dorothee Feller einen entsprechenden Bescheid übergeben. „Fragmente der Bergbaugeschichte zu erhalten, vor allem jedoch weiterzuentwickeln und für die heutige Zeit nutzbar zu machen, ist ein wichtiger Baustein des Strukturwandels. Auf Blumenthal 7 kann es jetzt losgehen, darauf freue ich mich“, sagte sie.

Kreativität statt Abriss

In einem ersten Bauabschnitt werden der Eingangsbereich sowie einige Büroräume hergerichtet. Auf knapp 400 Quadratmetern Fläche werden Räume für eine Bürgerwerkstatt, für die an dem Projekt beteiligten Vereine und Initiativen und für Kulturveranstaltungen sowie ein Co-Working-Bürotrakt realisiert. „Auf lange Sicht soll die Bürgerwerkstatt weiter ausgebaut werden. Wir wollen auch Platz für Startups schaffen“, erklärt Schare.

Ausstellungserprobt. Die Kaue der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen. Foto: Jürgen Bröker

Ausstellungserprobt. Die Kaue der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen. Foto: Jürgen Bröker

Ursprünglich sollte die stillgelegte Schachtanlage abgerissen werden. Doch der 2016 gegründete Vereine setzte sich für den Erhalt der Zeche als Denkmal ein. Ziel des Vereins, der die Zeche 2020 kaufte, ist es unter anderem, die Gebäude einer sinnvollen und zukunftsorientierten Nutzung zuzuführen. „Wir möchten eine Keimzelle für neue Ideen schaffen“, so Schare. Auch Eventräume entstehen. Kultur soll ein zuhause finden, wie es schon zeitweise bei den Ruhrfestspielen oder einem Projekt der Urbanen Künste Ruhr der Fall war. Auf dem Außengelände könnten zudem Jugendgruppen aktiv werden. „Das Projekt ist sehr offen, jedes Vereinsmitglied kann sich mit Ideen einbringen“, betont Schare.

jüb/wsp

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