Der Regionalrat bei der Bezirksregierung Detmold hat den Beschluss zum Regionalplan OWL gefasst: Vorsitzender Heinz-Günter Koßmann und Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling präsentieren das Planwerk. Foto: Bezirksregierung Detmold
01.02.2024

Regionalplan beschlossen

Der Regionalrat Detmold hat den ersten Regionalplan für ganz Ostwestfalen-Lippe beschlossen. Dieser gibt die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Region in den kommenden zwei Jahrzehnten vor.

Mit dem Regionalplan ist erstmals ein einheitlicher Plan für alle 70 Kommunen in Ostwestfalen-Lippe erarbeitet worden. Im Mittelpunkt stand die Frage nach dem Flächenverbrauch. Der Vorsitzende des Regionalrats Detmold, Heinz-Günter Koßmann von der CDU-Fraktion, spricht von einer guten Balance aus Vorgaben, die der Regionalplan den Städten und Gemeinden bei der Ausweisung von Flächen macht, und Flexibilität für lokale Lösungen. „Die neu ausgewiesenen Siedlungsflächen bieten Raum für Investitionen und Innovationen, gleichzeitig werden wichtige Freiräume für den Biotopverbund, den Hochwasserschutz, den Klimaschutz und die Naherholung geschützt“, so Koßmann.

Die IHK Ostwestfalen begrüßt den Regionalplan. Dieser mache den Weg frei für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft. „Unternehmen müssen bislang zu oft ihre betrieblichen Erweiterungen aufgrund von Flächenengpässen zurückstellen. Geradezu händeringend hat die Wirtschaft daher auf die Neuaufstellung des Regionalplanes gewartet“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. Nun seien die Kommunen am Zug, entsprechende Flächen für die Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten auszuweisen. 

Kritik von Umweltschützern

Kritisch reagierte die Grüne Fraktion im Regionalrat OWL. „Unserer Forderung, dem sparsamen Umgang mit Fläche durch Vorgaben für verdichtete Bebauung zu begegnen, wurde eine Absage erteilt“, heißt es in Reaktion auf den Beschluss.„Wir müssen unseren nachfolgenden Generationen noch Entwicklungsspielräume erhalten und Freiraum schützen. Mit dem Argument, es ist den Kommunen unbenommen, solche Konzepte zu entwickeln, verschieben wir die Konflikte in die Kommunen und übernehmen nicht als Regionalrat Verantwortung“, kritisiert die Fraktion.

Mit dem Feststellungsbeschluss geht ein jahrelanges Ringen um den Regionalplan zu Ende. Rund 5000 Stellungnahmen wurden abgegeben, unter anderem von Gemeinden, Städten und Kreisen, Behörden, Verbänden und Bürgern. Die Demolder Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling spricht von einem konstruktiven Dialogprozess: „Ich bin der Überzeugung, dass wir mit dem Regionalplan OWL ein Planwerk erstellt haben, mit dem unsere Region sich den Anforderungen unserer Zeit, stellen kann.“

wsp

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