Wegen Reparatur- und Sanierungsarbeiten bleibt die Schleuse Henrichenburg in Waltrop für sechs Wochen für den Schiffsverkehr gesperrt. Foto: wsv.de
12.06.2019

Schleusensperre trifft Dortmunder Hafen

Notwendig gewordene Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten legen die Schleuse Henrichenburg in Waltrop in den nächsten sechs Wochen lahm. Damit ist der Dortmunder Hafen in diesem Zeitraum nicht für Schiffe erreichbar.

Die Schleuse Henrichenburg ist für den Dortmunder Hafen nach eigenen Angaben das „Tor zur Welt“. Binnenschiffer müssen die Schleuse auf dem Weg nach Dortmund zwingend passieren. Vom 15. Juni bis voraussichtlich 31. Juli ist das aber nicht möglich. „Wir führen in dieser Zeit unterschiedliche Maßnahmen durch“, sagt Volker Schlüter, Kommissarischer Leiter des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich im Gespräch mit westfalenspiegel.de. Dazu gehörten unter anderem die Erneuerung des Korrosionsschutzes am Obertor, die Kontrolle verschiedener Bauteile am Untertor und der Austausch der Elektrotechnik.

Nach der sechswöchigen Sperrung kann voraussichtlich bis November zunächst nur im Notbetrieb in den Abend- und Nachtstunden geschleust werden. „Wir arbeiten dann noch weiter an der Elektronik. Eine Fernsteuerung ist in diesem Zeitraum nicht möglich“, sagt Schlüter. Stattdessen müsse „per Hand“ geschleust werden.

Mehr als 10.000 zusätzliche Lkw-Fahrten

Für den Dortmunder Hafen und die Binnenschifffahrt allgemein ist der Ausfall der Schleuse nicht nur ein Imageverlust. Er zieht auch wirtschaftliche Folgen nach sich. Die Schleuse Henrichenburg passieren jährlich etwa 2200 Schiffe und schlagen rund 2,5 Millionen Tonnen Güter im Dortmunder Hafen um. Nach Berechnungen der Dortmunder Hafen AG fallen in der Zeit der Sperrung allein 10.000 zusätzliche Lkw-Fahrten auf Dortmunds Straßen an. Während des Notbetriebs sei mit zusätzlich 6100 Fahrten zu rechnen, heißt es weiter.

Sind die Arbeiten im November abgeschlossen, soll der Betrieb zunächst normal weiterlaufen. Allerdings ist die nächste Vollsperrung auch schon geplant. Im Frühsommer 2020 wird es eine weitere Sperrung von etwa sechs Wochen Dauer geben. Danach sollen die Instandsetzungsarbeiten am rund 30 Jahre alten Bauwerk abgeschlossen sein.

jüb

Im Heft 05/2018 hat der WESTFALENSPIEGEL über den Sanierungsstau auf den Wasserstraßen in der Region berichtet. Die Reportage lesen Sie hier.

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