Münster ist die jüngste Stadt in Westfalen, zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. / Foto: pixabay
05.03.2019

Studie zeigt: Altes Land, junge Städte

Die Gesellschaft in den ländlichen Kreisen in Westfalen altert schneller als die der städtisch geprägten Regionen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

So hat sich das Durchschnittsalter im Kreis Coesfeld von 1995 bis 2017 um 7,1 Jahre erhöht. Es stieg von 37,0 auf 44,1 Jahre. Auch in den Kreisen Borken (von 36,6 auf 42,6 Jahre) und Höxter (von 39,0 auf 45,0) ist der Altersdurchschnitt stark gestiegen. Dagegen veränderte sich das Durchschnittsalter in Bielefeld (plus 1,6 Jahre), Münster (plus 1,8) und Dortmund (plus 2,0) nur vergleichsweise gering.

Insgesamt bietet die Bevölkerungsentwicklung in Westfalen ein sehr heterogenes Bild. So zählt Münster mit einem Durchschnittsalter von 40,9 Jahren zu den zehn jüngsten Regionen in Deutschland. Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist die Bevölkerung im Durchschnitt dagegen ganz fünf Jahre älter (45,9). Bundesweit waren die Bürger 2017 im Mittel 44,2 Jahre alt. 22 Jahre zuvor lag der Durchschnitt noch bei 39,9 Jahren. 

Die Autoren der Studie führen die unterschiedliche Entwicklung der Regionen unter anderem darauf zurück, dass es immer mehr junge Menschen aus den ländlichen Regionen  in die Städte zieht. Darauf müssten Bund, Länder und Kommunen Antworten finden. Denn je höher der Anteil älterer Menschen, desto höher seien tendenziell auch Bedarfe im Gesundheitswesen und bei der Pflege. Das könne auch für die Wirtschaft in den ländlichen Regionen Konsequenzen haben. Dort könnte es in Zukunft noch schwieriger werden, Fachkräfte zu finden und zu binden.

Weitere Details und eine Übersicht über die Entwicklungen in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es beim IW

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