21.08.2012

Westfälische Apotheker: Herstellung von Rezepturen ist ein Minusgeschäft

Westfalen (wh). Arzneimittel für Patienten maßgeschneidert herzustellen, ist für Apotheker in Westfalen ein Minusgeschäft. Sie verlangen deshalb von den Krankenkassen eine höhere Vergütung für Rezepturen.
Mehr als 1,5 Millionen Rezepturen haben die 2165 Apotheken in der Region im vergangenen Jahr hergestellt. Darunter seien vor allem spezielle Salben und Medikamente für Kinder sowie Methadon-Zubereitungen für die Heroinersatztherapie, berichtet die Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Hinzu kommen unter anderem Rezepturen für Privatversicherte und Präparate, die auf Patientenwunsch hin angefertigt werden. Von der Pharmaindustrie sowie von Versandapotheken werde dieser Markt aufgrund zu geringer Stückzahlen nicht abgedeckt, erklärt Sebastian Sokolowski von der Kammer.
Durch die aufwändigen und zeitintensiven Herstellungsverfahren seien die Honorare der Krankenkassen für Apotheker nicht kostendeckend. Laut den Beispielrechnungen des Verbandes entstehen so Fehlbeträge von mehr als 100 Euro für eine einzelne Rezeptur.
Bereits vor einigen Wochen hatte die Apothekerkammer von einem Apothekensterben in der Region als Folge des zunehmenden Kostendrucks berichtet. Aufgrund der ländlichen Struktur und sinkender Bevölkerungszahlen würden die Apotheker in Westfalen bis zu zwanzig Prozent weniger Umsatz als ihre Kollegen im Bundesgebiet machen.

Lesen Sie auch im Bereich "Politik/Wirtschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!