„1200 Jahre Corvey – wo der Himmel die Erde berührt": Unter diesem Motto steht das Jubiläumsjahr. Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek (links), Prof. Christoph Stiegemann, Leiter des wissenschaftlichen Kompetenzteams, und der geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Josef Kowalski, präsentieren das Programm. Fotos: Kirchengemeinde Corvey
07.03.2022

Jubiläum mit Strahlkraft

Vor 1200 Jahren wurde die Benediktinerabtei Corvey gegründet. Die Kirchengemeinde feiert das Jubiläum mit einem Festjahr. Das Motto lautet „1200 Jahre Corvey – wo der Himmel die Erde berührt“

Auftakt des Jubiläumsjahres ist ein Festakt am Sonntag, 25. September, mit einem Gottesdienst in der ehemaligen Abteikirche Corvey. Das Datum ist bewusst gewählt: Am 25. September 822 begannen Mönche aus der Benediktinerabtei Corbie im Norden Frankreichs ihr Wirken im Weserbogen bei Höxter. Den Festvortrag hält Prof. Elmar Salmann, Benediktiner und emeritierter Professor der Päpstlichen Universitäten Sant‘Anselmo und Gregoriana. „Er wird die große Geschichte der Benediktiner in Corvey und auch die Spiritualität des Heiligen Benedikt einschließlich ihrer Aktualität heute ins Wort bringen“, kündigt Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek an, der die Jubiläumsvorbereitungen leitet. 

Am 26. September steht Corvey im Mittelpunkt der Unesco-Tagung zum 50-jährigen Bestehen der Welterbekonvention. Schließlich ist das ehemalige Benediktinerkloster seit 2014 Unesco-Weltkulturerbe. Der ehemalige Bundesminister und Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms, Professor Dr. Klaus Töpfer, und die Leiterin der Koordinierungsstelle Welterbe im Auswärtigen Amt, Dr. Birgitta Ringbeck, haben das Symposion an die Weser geholt. Zu Gast ist auch die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Prof. Maria Böhmer.  

An die Erdgeschosshalle des Westwerks mit ihren Säulen und Pfeilern schließt sich die barocke ehemalige Abteikirche unmittelbar an. Foto: Kirchengemeinde Corvey

An die Erdgeschosshalle des Westwerks mit ihren Säulen und Pfeilern schließt sich die barocke ehemalige Abteikirche unmittelbar an. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Zu Beginn des Jahres 2023, am 5. Februar, hält die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, die westfälische Präses Annette Kurschus, die Festansprache zur ökumenischen Ansgar-Vesper mit Erzbischof Hans-Josef Becker. Zu Gast ist auch der Erzbischof von Amiens, Gérard le Stang. In der Vortragsreihe „Zeitreise“ und weiteren Veranstaltungen im Laufe des Jubiläumsjahres nähern sich Wissenschaftler der Geschichte Corveys. Ein 40-stündiges Gebet und eine Kinderwallfahrt knüpfen an die Spiritualität des Ortes an. 

Im Jubiläumsjahr soll Corvey an Strahlkraft gewinnen. „Das ehemalige Benediktinerstift könnte wieder zu einem ‚Leuchtturm‘ werden – wie in seiner Blütezeit als Kloster“, sagt Josef Kowalski, geschäftsführender Vorstand des Kirchenvorstandes. So soll der historische Ort an der Weser neue Anziehungspunkte erhalten. Die Dauerausstellung im Schloss wird unter dem Titel „Das Jahrtausend der Mönche – Von der Gründung Corveys bis ins Goldene Zeitalter“ neu konzipiert. Auch die Planungen für die multimediale Erschließung des Westwerks unter dem Leitwort „Von Engeln bewacht – die Himmelsstadt“ sind kurz vor Abschluss, heißt es von der Kirchengemeinde.

Kunstfest Via Nova

Bereits im Vorfeld des Festprogramms, vom 26. August bis 25. September 2022, wird das Via Nova Kunstfest Corvey gefeiert. Künstler wie Klaus Maria Brandauer, John Burnside und Martina Gedeck kreisen in Uraufführungen und Exkursionen um die historisch prägenden Einflüsse auf Corvey. Inspiriert von einem Kommentar des Corveyer Abts Boni II. steht dabei die Frage im Mittelpunkt: „Fortuna – Was ist Glück?“. Das ausführliche Programm des Kunstfestes unter Leitung von Brigitte Labs-Ehlert erscheint Anfang Mai.

wsp

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