Der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Klosters Dalheim e.V. Hans-Dieter Seidensticker, Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky und Intendant Harald Schwaiger (v.l.) im Neuen Schafstall, dem wichtigsten Spielort des Dalheimer Sommers. Foto: LWL/Kristina Schellenberg
03.08.2022

„Übergänge“ beim Dalheimer Sommer

Konzerte, Theater, Lesungen – bereits zum 24. Mal lädt das Festival „Dalheimer Sommer“ ab dem 5. August ins Kloster Dalheim ein.

Die Programmpalette reicht von zeitgenössischem Theater über prominent besetzte Lesungen bis hin zu Konzerten mit Alter Musik und Jazz. Spielort ist das ehemalige Kloster Dalheim, in dem das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur untergebracht ist. Unter dem Motto „Übergänge“ hat der österreichische Schauspieler Harald Schwaiger als Intendant das Programm zusammengestellt. Theater und Musik sollen neue Perspektiven eröffnen und Hoffnung geben in einer Zeit, die von Katastrophen, Krieg und Umbrüchen geprägt ist, teilt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit.

„Politische, technische und gesellschaftliche Umbrüche prägen seit Jahrhunderten und auch heute noch das Schaffen von Komponisten und Schriftstellerinnen genauso wie Lebenskrisen und alltäglicher Wandel“, so der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Dalheim und Leiter des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur, Dr. Ingo Grabowsky, zum diesjährigen Motto des Festivals.

Zwischen Hoffen und Bangen

Gespielt werden Werke von von Klaus Mann, Woody Allen, Wolfgang Amadeus Mozart und Leo Tolstoi. „Zwischen Wahrheit und Fiktion, Erfolg und Niederlage, Hoffen und Bangen löst ihr Schaffen Grenzen auf und schlägt damit immer wieder eine neue Richtung ein“,  sagt Schwaiger. „Beim Dalheimer Sommer 2022 erleben wir den Übergang von einer Demokratie zur Diktatur, von freundschaftlicher Nähe zu offenen Vorwürfen und von musikalischer Konvention zu Extravaganz und Originalität“, erklärt der Intendant weiter. Schwaiger zeichnet mit der Eigenproduktion „Mephisto“ (5.8. und 12.8.) das vielschichtige Porträt eines Künstlers, der zwischen Moral und Egoismus gefangen ist: Der aufsteigende Schauspieler Hendrik Höfgen beschließt im aufkeimenden Nationalsozialismus, sich auf seine Karriere zu konzentrieren. Der Preis für seinen Ruhm ist der Verrat an Freunden und persönlichen Idealen. Er nimmt die Rolle des Mephisto in „Faust I“ an und erkennt erst viel zu spät, dass er den Pakt mit dem Teufel bereits geschlossen hat, so der LWL.

Außergewöhnliche Stimme: Mechthild Großmann liest aus „Maria“. Foto: Daniel Sadrowski

Außergewöhnliche Stimme: Mechthild Großmann liest aus „Maria Stuart“. Foto: Daniel Sadrowski

Das Programm ist prominent besetzt. So konnten die Festivalmacher für Lesungen unter anderem die Schauspielerin und Synchronsprecherin Mechthild Großmann (bekannt als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm aus dem Münster-Tatort), die Grimme-Preisträgerin, Fernseh- und Burgschauspielerin Caroline Peters („Mord mit Aussicht“) oder Fernseh- und Theaterschauspieler Claus Dieter Clausnitzer (Vater von Kommissar Thiel im Münster-Tatort) gewinnen.

Erstmals auch ein Kindertheater

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals steht auch ein Theaterstück für Kinder auf dem Programm. Dabei nimmt Andreas Gruhn vom Kinder- und Jugendtheater Dortmund die kleinen und großen Gäste mit in das Berlin der 1920er Jahre. In „Emil und die Detektive“ erzählt er Erich Kästners bekanntes Kinderbuch aus der Sicht von Gustav mit der Hupe und schlüpft in zahlreiche Rollen, ist Erzähler und Schauspieler zugleich. 

Für Kinder: Andreas Gruhn in „Emil und die Detektive“ Foto: Edi Szekely

Für Kinder: Andreas Gruhn in „Emil und die Detektive“ Foto: Edi Szekely

Klaviermusik, Jazz, ein Chor- und Barockkonzert sind die musikalischen Höhepunkte des Festivals, das vom 5. bis 21. August im Neuen Schafstall und der Klosterkirche stattfindet. Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.

wsp

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