11.04.2019

Wohin fließt das Geld aus der EU?

Europawahl-Serie: Westfalen profitiert an vielen Stellen von den Fördertöpfen der Europäischen Union. Wir zeigen Beispiele, an welchen Stellen das Geld eingesetzt wird.

In welche Projekte fließt das Geld aus der EU? Wir zeigen es Ihnen. Foto: pixabay

In welche Projekte fließt das Geld aus der EU? Wir zeigen es Ihnen. Foto: pixabay

Nordrhein-Westfalen wird im Zeitraum 2014 bis 2020 allein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 1,2 Milliarden Euro erhalten, heißt es beim NRW-Wirtschaftsministerium. Zusätzlich fließen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) bis zu 627 Millionen Euro an Rhein und Ruhr. Geld, das vor Ort in den Kreisen, Städten und Kommunen investiert wird. Die Projekte reichen von der Förderung ländlicher Räume, über Klimaschutzmaßnahmen bis zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Aber auch Forschungsprojekte werden mit Mitteln aus der EU erst möglich. 

Großer Bürokratie-Aufwand

Im Kreis Lippe wird zum Beispiel das Innovationslabor OWL aus dem EFRE gefördert. Technologie- und wissensbasierte Start-ups erhalten Unterstützung. Umgesetzt wird das Projekt von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und anderen Hochschulen der Region. Das Gesamtbudget beträgt mehr als 800.000 Euro, knapp 180.000 Euro fließen an die Hochschule OWL. Ohne die finanzielle Unterstützung aus Europa seien solche Projekte nur sehr schwer auf den Weg zu bringen, sagt Arthur Hartel, Start-up Coach in dem Projekt. Allerdings müsse man auch wissen, dass der bürokratische Aufwand vor allem beim Nachweis für den Einsatz der Gelder enorm sei, so Hartel weiter.

In Herne werden Entwicklungen moderner Batteriespeicher ebenso gefördert wie das Projekt „Jobs 2020“, das die Langzeitarbeitslosigkeit in der Ruhrgebietsstadt abbauen will. Hierzu stellt der ESF zwischen 2015 und 2020 bis zu 350.000 Euro zur Verfügung. 

Klimakonzepte im Kreis Steinfurt gefördert

Von 2007 bis 2014 flossen rund 230.000 Euro in den Kreis Steinfurt und einen Nachbarkreis für die Erstellung von kommunalen Klimakonzepten. Das von der EU finanzierte LEADER-Programm habe damit ermöglicht, dass inzwischen alle 24 Kommunen des Kreises Klimaschutzkonzepte eingeführt und die meisten Kommunen Stellen für geförderte Klimaschutzmanager eingerichtet hätten, heißt es von der EU. In der Förderperiode 2014 bis 2020 erhält der Kreis Steinfurt außerdem etwa 100.000 Euro aus dem LEADER-Programm, um Dorfläden bei der Bildung von Einkaufsgenossenschaften und bei der Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte zu unterstützen.

Auch das Handwerk in Westfalen profitiert von der EU: So hat die Bäckerinnung Westfalen-Lippe zur Modernisierung der Ersten Deutschen Bäckerfachschule im Kreis Olpe und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Bäckerhandwerks in NRW rund 1,24 Millionen Euro erhalten. Die Mittel fließen indirekt über das Land NRW in das Projekt. Für insgesamt rund acht Millionen Euro seien die dortigen Backstuben auf den technisch neuesten Stand gebracht worden, sagt Michael Bartilla, Geschäftsführer des Bäckerinnung-Verbands Westfalen-Lippe. Daneben seien die Gebäude energetisch modernisiert und auch die Übernachtungsmöglichkeiten auf den heutigen Standard gehoben worden. Ohne Mittel aus der EU hätte das so wohl nicht stattfinden können, sagt Bartilla.

jüb

Projekte gibt es in allen Landkreisen. Nur wird selten darüber gesprochen, dass die Mittel dazu aus der EU stammen. Beispiele für weitere Förderprojekte gibt es auf einer speziellen Website der EU. Mehr lesen Sie hier.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie Westfalen wählt Europa.

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