17.03.2021

Den Vorfahren auf der Spur

Die Familien- und Ahnenforschung liegt im Trend. Der Westfälische Archivtag hat das Thema daher zu einem Schwerpunkt in seinem Programm gemacht.

Mit dem diesjährigen Thema „Personengeschichtliche Quellen für die Familienforschung“ hat der Westfälische Archivtag offensichtlich einen Nerv getroffen. Fast 400 Teilnehmer aus neun Bundesländern treffen sich beim ersten rein digitalen Westfälischen Archivtag. Die Veranstaltungen und Vorträge werden aus dem Erbdrostenhof in Münster übertragen. „Die Teilnehmerzahl zeigt, dass die Themen, die wir setzen auch über Westfalen hinaus von großem Interesse sind“, sagt LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger. Das digitale Format ermögliche zudem eine Teilnahme, ohne große Reisekosten. So haben sich zum Beispiel auch Teilnehmer aus dem mehr als 500 Kilometer entfernten Chemnitz zur Tagung angemeldet.

Die Fachleute diskutieren bis Donnerstag (18.03.) unter anderem darüber, was Archive den Menschen zur Verfügung stellen müssen, die auf der Suche nach Informationen über ihre Vorfahren sind. Die Vorstellung, man geht ins Archiv und findet auf Anhieb alle relevanten Informationen zu seinem Urgroßvater seien dabei utopisch. „Die Familienforscher müssen selbst in den Akten suchen. Wir helfen Ihnen dabei, zu finden, was sie suchen“, sagt der Chefarchivar des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) Dr. Marcus Stumpf.

Digitalisierung dauert noch Jahre

Die Digitalisierung der Archive schreitet voran, so die Veranstalter des Archivtages. Bis die Informationen aber vollständig digital abrufbar seien, werden noch einige Jahre vergehen, prognostiziert Stumpf. „Beim Landesarchiv sind etwa acht bis zehn Prozent der Akten digitalisiert“, so der Experte. In kleineren Archiven werde die Entwicklung aber noch langsamer ablaufen.

Veranstalter des 72. Westfälischen Archivtages ist auch in diesem Jahr das LWL-Archivamt in Münster. Foto: Marcus Bomholt

Veranstalter des 72. Westfälischen Archivtages ist auch in diesem Jahr das LWL-Archivamt in Münster. Foto: Marcus Bomholt

Im vergangenen Jahr musste der Westfälische Archivtag coronabedingt abgesagt werden. In diesem Jahr findet er digital statt. Rüschoff-Parzinger und Stumpf hoffen, dass in Zukunft wieder ein analoges Treffen möglich sein wird. „Wir wollen aber nicht zurück zum Alten, sondern dann eine hybride Form anbieten, in der Veranstaltungen auch über das Internet verfolgt werden können“, so die Kulturdezernentin.

jüb/wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!