Mit einem virtuellen Rundgangs durch die Hochschule für Gesundheit in Bochum werden die neuen Studierenden begrüßt. Screenshot: Hochschule für Gesundheit
13.10.2020

„Hybridsemester“ startet

Die Hochschulen in NRW bieten im Wintersemester Online- und Präsenzveranstaltungen an, um den Infektionsschutz zu gewährleisten. Große Vorlesungen soll es im sogenannten „Hybridsemester“ nicht geben, Erstsemester werden virtuell begrüßt.

Nachdem im Sommersemester wegen der Pandemie ausschließlich über digitale Medien unterrichtet wurde, sollen nun wieder Veranstaltungen vor Ort in den Hochschulen stattfinden, kündigte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen an. Dabei habe die Gesundheit von Studierenden und Lehrenden jedoch weiter „höchste Priorität.“ Um sogenannte Superspreading-Events in großen Hörsälen zu verhindern, dürfen nur Veranstaltungen mit bis zu 50 Studierenden vor Ort stattfinden. Vor allem Erstsemester sollen die Möglichkeit bekommen, sich bei Präsenz-Veranstaltungen an der Hochschule kennenzulernen. Jedoch finden viele Orientierungsangebote online statt, zeigen die Ankündigungen der westfälischen Hochschulen.

Orientierungswoche online

Am Standort Hagen der Fachhochschule Südwestfalen starten in diesen Tagen etwa 400 Erstsemester in ihr Studium. Sie mussten sich gleich zu Studienbeginn umstellen. Denn vor einigen Tagen war in der Orientierungswoche noch eine Mischung aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen geplant. Mit der Einordnung der Stadt als Corona-Risikogebiet wurde entschieden, sämtliche Veranstaltungen und auch Beratungsangebote ins Internet zu verlagern. „Generell gilt“, sagt Prof. Dr. Sven Exnowski, Dekan des Fachreichs Elektrotechnik und Informationstechnik, „dass kein einziger essentieller Punkt, den wir normalerweise zum Studienstart anbieten, gestrichen werden musste. Wir haben wirklich alles ins Internet verlagert. Das hat durchweg gut funktioniert.“ Eingespannt wurde dafür auch die hochschuleigene Filmcrew. Sie dreht nicht nur Vorlesungen, sondern filmt unter anderem auch Studierende, die den „Erstis“ ihre Hochschule vorstellen.

Die Hochschule für Gesundheit in Bochum lädt neue Studierende zu einem virtuellen Rundgang über den Gesundheitscampus ein. In einem virtuellen Raum können die Erstsemester dann Video-Grüße unter anderem vom Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Hochschulpräsident Prof. Dr. Christian Timmreck anklicken. „Vieles wird digital beziehungsweise virtuell stattfinden, so wie diese Orientierungswoche. Seien sie aber sicher, dass – wo immer es möglich und zulässig ist – wir dafür Sorge tragen werden, dass ein persönlicher Kontakt zwischen Studierenden und mit der Hochschule ermöglicht wird“, sagt Timmreck in der Grußbotschaft.

Schwierig für internationale Studierende

Besonders schwierig ist die Situation derzeit für internationale Studierende. Die Ruhr-Universität Bochum hat daher das Projekt „4 for U“ für rund 50 „Erstis“ im Masterstudiengang „Material Science and Simulation“ gestartet. Sie stammen aus Ländern wie Indien, dem Iran, Nigeria und Brasilien und können aufgrund von Visa- und Reisebeschränkungen nur digital ihr Studium beginnen. Besonders wichtig dabei ist die Unterstützung der „Erstis“ durch vier Studierende höherer Fachsemester. „Wir planen mit den studentischen Tutorinnen und Tutoren eine digitale Orientierungswoche, die wir mit Moodle-Feedbacktools, regelmäßigen digitalen Kaffeerunden und Beratungsmöglichkeiten nachhaltig über das ganze Semester ausdehnen“, sagt Prof. Dr. Anna Grünebohm.

Die Erfahrungen, die in der virtuellen Begleitung von Studierenden gesammelt werden, sollen nachhaltig wirken, so die Physikerin: „Das Konzept soll auch langfristig für die Einführung der Studierenden zum Einsatz kommen. Es kann als Vorlage für andere internationale Studiengänge dienen.

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Wissenschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!