20.07.2018

Erziehungswissenschaftler zu Anmeldestatistik: Eltern wählen Schulsystem ab

Westfalen (wh). In den vergangenen zehn Jahren sind die Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen in Westfalen deutlich zurückgegangen. Für den Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels ist klar, dass „das traditionelle dreigegliederte Auslese-Schulsystem längst gescheitert ist und von den Eltern abgewählt wurde.“ Das erklärte der Wissenschaftler von der TU Dortmund im Interview mit dem Nachrichtenservice „Westfalen heute“.

Wie das Statistische Landesamt in seiner jüngsten Statistik zu den Schulübergängen von der Grund- zur weiterführenden Schule zeigt, sind die Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen im Regierungsbezirk Münster von mehr als 50 Prozent in 2007 auf nur noch 27,5 Prozent in 2017 geschrumpft. Ähnlich sah es auch in Detmold (2007: 47,6 Prozent; 2017: 22,2 Prozent) und Arnsberg aus (2007: 45,8 Prozent; 2017: 27,2 Prozent). Gleichzeitig stiegen die Anmeldezahlen für die Gesamtschulen und Gymnasien in Münster um 14,2 Punkte auf 63,2 Prozent, in Detmold um 16,4 Punkte auf 68,2 Prozent und in Arnsberg um 8,4 Punkte auf 61,8 Pozent. Die noch recht jungen Sekundarschulen haben mit unter zehn Prozent insgesamt recht geringe Neuzugänge.

„Die Eltern wollen mittlere bis höhere Abschlüsse für ihre Kinder. Zudem möchten sich die Eltern möglichst alle Bildungsverläufe offenhalten, weil Kinder sich im Verlauf der Schulzeit unterschiedlich entwickeln können“, erklärt Holtappels die Entwicklung. Also wählten Eltern Schulformen, die alle Optionen für verschiedene Bildungsgänge und -abschlüsse beinhalten: Gesamtschulen und Gymnasien.

Das ganze Interview mit Prof. Holtappels lesen Sie auf unserer „Westfalen heute“-Website.

„Das traditionelle dreigegliederte Auslese-Schulsystem ist längst gescheitert“

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