Blick in das mit hochwertigen Mosaiken ausgestattete Mittelschiff der Basilika von Doliche, die zur Zeit restauriert werden. Foto: Forschungsstelle Asia Minor, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
28.08.2019

Grabungsprojekt der Uni Münster drei weitere Jahre gesichert

Gute Nachrichten für Archäologen der Universität Münster: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Grabungsprojekt in der südosttürkischen Stadt Doliche mit knapp 800.000 Euro für weitere drei Jahre.

Seit mehr als 20 Jahren untersuchen ein Team der Forschungsstelle Asia Minor im Seminar für Alte Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) unter der Leitung von Prof. Dr. Engelbert Winter die kulturellen Hinterlassenschaften der antiken Stadt. Dabei geht es um Erkenntnisse über wichtige Grundlagen zum Aufbau und zur Entwicklung der antiken Stadt.

„In der Antike zählte Doliche zu Nordsyrien und war als Heimat des Iuppiter Dolichenus, einer der prominentesten Gottheiten im Römischen Reich, bekannt. In dessen Heiligtum, das außerhalb des Stadtgebietes liegt, haben wir von 2001 bis 2015 Ausgrabungen durchgeführt, deren Ergebnisse für die Religionsgeschichte des Vorderen Orients von großer Bedeutung sind. Seit 2015 steht jedoch die antike Stadt selbst im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojektes“, sagt Engelbert Winter. „Ziel ist es, die Entwicklung Doliches, die materielle Kultur der Stadt und die Lebenswelt ihrer Bewohner von der hellenistisch-römischen Zeit über die christliche Spätantike bis in die frühislamische Epoche hinein zu erforschen.“

60 Wissenschaftler aus fünf Nationen

Mehr als 60 Wissenschaftler und Studierende aus Deutschland, der Türkei, Dänemark, Italien und den Niederlanden sind an den Grabungen in Doliche beteiligt, teilt die Universität Münster mit. Seit Mitte Juli konzentrierten sich die Arbeiten auf die Untersuchung einer monumentalen Badeanlage aus römischer Zeit im Zentrum der antiken Stadt. Auch eine dreischiffige Basilika mit prächtigen Mosaiken aus der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts nach Christus wird aktuell erforscht.

wsp

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