Wer die Benutzung seines Smartphones reduziert, ist zufriedener. Foto: pixabay
21.04.2022

Weniger Smartphone, mehr Zufriedenheit

Menschen, die ihre Smartphone-Nutzung reduzieren, haben eine größere Lebenszufriedenheit. Das belegt eine Studie des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum.

Das Forscherteam untersuchte, wie sich eine Reduzierung der Smartphone-Nutzung sowie ein kompletter Verzicht auf das mobile Gerät auf das Wohlbefinden der Probanden auswirken. Für die Studie mussten je rund 200 Testpersonen eine Woche komplett aufs Handy verzichten, die tägliche Nutzung um eine Stunde reduzieren oder das Smartphone genauso nutzen wie bisher, teilt die Ruhr-Universität mit. Ergebnis: Langfristig ging es denen am besten, die die Nutzung reduziert hatten.

Durchschnittlich beschäftigen wir uns etwa drei Stunden täglich mit dem Smartphone, zeigen Statistiken. Das Gerät ist immer zur Hand, ganz gleich, ob wir den Weg ins nächste Café suchen, nach Informationen googlen, in sozialen Medien mit Kontakten chatten, Filme gucken oder Mails checken. Studien haben zudem belegt, dass Smartphone-Nutzung mit einer geringeren körperlichen Aktivität, Fettleibigkeit, Nackenschmerz, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und suchtähnlichem Verhalten in Verbindung steht, so die Hochschule weiter.

Mehr Bewegung, höhere Lebenszufriedenheit

Die Teilnehmer der Studie wurden direkt im Anschluss an die Probe-Woche sowie vier Wochen und vier Monate später zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Befinden befragt. „Wir konnten zeigen, dass sowohl der komplette Verzicht auf das Smartphone, aber auch die einstündige Reduktion seiner täglichen Nutzung positive Effekte auf den Lebensstil und das Wohlbefinden der Teilnehmenden hatte“, fasst Julia Brailovskaia, Leiterin der Untersuchung, zusammen. „In der Gruppe derer, die die Nutzung reduziert haben, hielten sich diese Effekte sogar länger und waren somit stabiler als in der Abstinenzgruppe.“

Die einwöchige Intervention hatte bei den Probanden einen nachhaltigen Effekt. So nutzten die Mitglieder der Abstinenzgruppe auch vier Monate nach dem Test ihr Smartphone durchschnittlich 38 Minuten pro Tag weniger als zuvor. Die Gruppe derer, die im Experiment täglich eine Stunde weniger mit dem Smartphone verbracht hatten, nutzten es nach vier Monaten sogar 45 Minuten weniger pro Tag als zuvor, so die Ruhr-Universität. In diesen Gruppen stieg die Lebenszufriedenheit und die Zeit körperlicher Aktivität. Außerdem gingen Depressions- und Angstsymptome sowie der Nikotinkonsum zurück. „Es ist nicht nötig, komplett aufs Smartphone zu verzichten, um sich besser zu fühlen“, ist Brailovskaia überzeugt.

wsp

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